The making of a belt

von Pierre Nobs

Was mich während den 25 Jahren meiner Tätigkeit als Designer, Konstrukteur und Hersteller von Uhren stets besonders erfreute, war der Kontakt mit Personen aus aller Welt, für die Qualität, Wertigkeit, Langlebigkeit und gutes Design ein wichtiges Anliegen ist.

Die Faszination für hochpräzise Uhren basiert auf diesen Eigenschaften, hat aber auch mit der einzigartigen Beziehung zu tun, die beim stetigen Tragen entsteht; zudem gibt es nur wenige Produkte, welche soviel über die Persönlichkeit und Stil des Trägers offenbaren.

Ein solches Produkt ist der Gürtel. Er erfüllt primär eine fast archaische Funktion, auf die nur ganz wenige, –meist überschlanke– Männer, verzichten können. Für die überwiegende Mehrheit ist das Tragen eines Gurtes unverzichtbar, irgendwie „hält er den Mann zusammen“ und verleiht das Gefühl von Sicherheit. Zudem hatten Gürtel auch stets eine wichtige ornamentale Funktion.

Gürtel sind Massenartikel und werden in allen möglichen Ausführungen meist als Billigprodukte angeboten; überwiegend von schäbiger Qualität müssen sie entsprechend oft ersetzt werden. Für mich war der Kauf eines Gürtels deshalb stets mit grosser Frustration verbunden. Nach meinem Rückzug aus dem Uhrengeschäft begann ich mich mit den mechanischen Eigenschaften und den konstruktiven Schwächen der angebotenen Gürtel zu beschäftigen. Hauptgrund für die kurze Lebensdauer ist nebst einer meist miserablen Materialqualität der Metalldorn, welcher das –oftmals zu kurz gewählte– Loch im Leder ausweitet, sowie die beim Anziehen in Gegenrichtung entstehende Belastung des Leders . So entstanden erste Konstruktionsskizzen einer „idealen“ dornlosen Gürtelschließe, mit welcher sich die Länge des Leders stufenlos einstellen lässt und das Anziehen desselben in Laufrichtung „erzwingt“. Es gelang mir, einen alten Freund, Ingenieur und Designer Paul Junod am Projekt zu interessieren.

Mit Hilfe seines 3D Computer-Programms vermochten wir die gewünschte Funktionalität mittels einer einfachen Klemm-Mechanik zu simulieren. Diese umzusetzen erforderte die Konstruktion von ingesamt zehn präzisen Konstruktionsteilen (und exakt geschnittenes Leder); nicht überraschend, wenn sich zwei „Uhrmacher“ zusammentun.

Die Proportion des Klapp-Verschlusses aus gebürstetem Edelstahl entstand nach der klassischen Regel des „Goldenen Rechteckes“ und gibt der Schliesse eine zeit- und schnörkellose Eleganz.

Schlusspunkt in der Entwicklung des G&B Gürtels war die Konstruktion eines „intelligenten“ Werkzeug-Sets zur intuitiven Montage des auf die individuelle Länge gebrachten Ledergürtels, sowie die Gestaltung einer Verpackung, welche die hohe Wertigkeit des neuen Marken-Gürtels Gents&Belts unterstreicht; die handgefertigte Holzschatulle ermöglicht eine Umwelt schonende Zweitnutzung als praktischer Behälter für Uhren, Manschettenknöpfe, etc. und macht den G&B Gürtel zu einem exquisiten Präsent.